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Peter Kreis macht seinen Segelflieger startklar.                                                                                                                           Foto: Reuß

Ausgerechnet zum Schlepp- wettbewerb der Kelkheimer Modellflieger gab es ungünstige Witterungsbedingungen. Die Piloten hatten trotzdem ihren Spaß.

Kelkheim. Hätte es sich um eine richtige Linienmaschine gehandelt, hätten die Passagiere diesen Flug wohl nie vergessen. Eben noch deutlich zu weit links neben der Landebahn, zieht das Flugzeug im Schrägflug viel zu weit nach rechts, um dann zwar doch auf dem vorgesehenen Bereich zu landen, aber auch um dabei ein ganzes Stück über den vorgesehen Bereich hinaus zu rutschen. Pilot Peter Kreis schüttelt den Kopf - der Wind hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Freilich war das alles nicht so schlimm, denn es handelte sich nur um ein Modellflugzeug mit immerhin vier Meter Spannweite zwar, der auch bei einem Absturz nur dann Schaden anrichten kann, wenn er am Boden zufällig jemanden trifft. Und so weit hat zumindest Kreis sein Flugzeug schon im Griff, ist er doch früher einmal mit seinen Modellflugzeugen in der Bundesliga - auch das gibt es in dieser Szene - geflogen.
Jede Sekunde zählt
Jetzt hatte der Kelkheimer Luftsport- Club zum ersten Mal die hessische Landesmeisterschaft im Flugzeug- schlepp ausgetragen. Das ist für die Modellpiloten schon eine Heraus- forderung: Eine Motormaschine zieht das Segelflugzeug in knapp 200 Meter Höhe, wo sie ausgeklinkt wird. Von diesem Zeit- punkt an sollte sie in 200 Sekunden auf einem vor- geschriebenen Feld landen. Für jede Sekunde mehr oder weniger gibt es Abzug. Und Punkte für die Landung gibt es nur, wenn der Segler in einem auf der Wiese markierten Landefeld liegen bleibt.
"Der eine oder andere ist wohl zu Hause geblieben", sagt der Vereins- vorsitzende Michael Günther und blickt gen Himmel. Der präsentiert sich bedeckt, und der Wind bläst ganz ordentlich - keine optimalen Bedingungen für die Fliegerei mit den Segelflugzeugen, die auf jeden Windhauch reagieren. Deshalb haben sich auch nur zehn Teilnehmer aus ganz Hessen eingefunden, die den zweitägigen Wettbewerb aber durchaus ernst nehmen.
Deshalb wurde am ersten Tag trainiert, und dabei passierte gleich drei Hobby-Piloten, was auch dem besten Modellflieger immer einmal passiert: Die Landung
fällt unsanft aus, es gibt erhebliche Schäden. Gleich beim Training fiel auch noch eine der drei Schlepp- maschinen aus, was aber keineswegs dazu führte, dass der Besitzer am Wettkampftag zu Hause blieb. Der schlug sich die Nacht um die Ohren, machte sein Segelflugzeug fit und nahm tags darauf am Wettbewerb teil. Gewonnen hat übrigens Marcu Briesenick vom FSV Dreieich vor Justus Appel (MSC Schöneck) und Manfred Kazewko aus Lahnau. "Das sind alles Routiniers, die das schon lange machen, während die meisten Kelkheimer Neulinge sind", begründet Vereinsboss Günther, warum die Einheimischen die hinteren Plätze belegten. Auf den Mannschafts- wettbewerb wurde schließlich verzichtet, da sich nur zwei Teams gemeldet hatten.

Öffentliche Flugtage
Wer sich für das Modellflughobby interessiert, sollte sich das Wochenende vom 5. bis 6. September im Kalender dick anstreichen - dann nämlich sind öffentliche Flugtage beim Luftsport- club, und dabei können auf dem Vereinsgelände zwischen Hofheim und Kelkheim nicht nur Segler, sondern ganz unterschiedliche Modelle beobachtet werden.
bt



Quelle: Höchster Kreisblatt August 2009

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